„Das kann nicht gesund sein“, dachte ich, als ich vorsichtig den heißen Tee schlürfte, der mir gereicht wurde. Irgendwo im Nirgendwo einer Wüstenstadt hatte ich den letzten Bus verpasst und wollte erst einmal herunterkommen.
Das kleine Glas war zu einem Drittel mit Zucker gefüllt. Dazu starker schwarzer Tee und ein Zweig Nana Minze. Die Mischung war süß, kräftig und gleichzeitig erfrischend. Während ich später im Taxi durch die Wüste schaukelte, war ich plötzlich nicht mehr zermürbt, sondern wach und erstaunlich gut gelaunt.
Der Geschmack dieser frischen Minze hatte nichts mit dem Pfefferminztee zu tun, den ich aus dem Ferienlager kannte und den wir liebevoll „Abwaschwasser“ nannten. Die Nana Minze schmeckte lebendig und frisch. Seitdem gehört Minze für mich zu den wichtigsten Sommerkräutern im Küchenkräuterkurs und wenn man sie nicht in großen Mengen Zucker ertränkt, ist sie durchaus gesund.
Wertvolle ätherische Öle
Pfefferminze enthält viele ätherische Öle, vor allem Menthol. Dieses Öl sorgt für den kühlenden Effekt und den typischen frischen Geschmack. Gleichzeitig wirkt Minze anregend und beruhigend zugleich.
Perfekt:
- bei Völlegefühl und träger Verdauung
- bei leichter Übelkeit
- zur Erfrischung im Sommer
- bei Erkältungen und verstopfter Nase
- als beruhigender Tee nach dem Essen
Auch in der Sauna kennt man diesen besonderen Effekt bei einem Aufguss mit Minzkristallen: Man schwitzt und friert gleichzeitig.
Pfefferminze ist als Tee gesund, aber nicht immer in großen Mengen
Auch wenn Pfefferminze gesund ist, lohnt es sich, Kräutertees immer wieder zu wechseln. Wer über Wochen täglich größere Mengen Pfefferminztee trinkt, merkt manchmal, dass der Körper weniger darauf reagiert oder der Tee auf Dauer etwas zu intensiv wird.
Deshalb ist Abwechslung sinnvoll. Ich liebe zum Beispiel auch Melissen-, Salbei oder Kamillentee. So nutze ich unterschiedliche Pflanzenstoffe und belastet den Körper nicht dauerhaft mit denselben ätherischen Ölen.
Interessant ist auch die Wirkung von Pfefferminztee zusammen mit bitteren Lebensmitteln. Manche Menschen bemerken, dass Chicorée, Rucola oder sehr dunkle Schokolade nach Minztee deutlich bitterer schmecken. Das liegt vermutlich daran, dass Menthol die Geschmackswahrnehmung verändert und die Bitterstoffe auf der Zunge stärker hervortreten lässt. Gleichzeitig wirkt die kühlende Frische der Minze wie ein Kontrastverstärker.
Verschiedene Minzsorten
Viele denken bei Minze sofort an Pfefferminze. Tatsächlich gibt es aber unzählige Sorten mit ganz unterschiedlichem Geschmack.
Besonders bekannt sind:
- Nana Minze mit mildem, süßlichem Aroma
- Zitronenminze mit frischem Geschmack
- Apfelminze mit weichem, rundem Geschmack
- Schokominze mit leicht kakaohafter Note
Minze selber anbauen
Pfefferminze ist nicht nur gesund, Minze allgemein gehört auch zu den dankbarsten Kräutern überhaupt. Sie wächst schnell, ist robust und kommt jedes Jahr wieder.
Tipps zum Anbau:
- Halbschattig bis sonnig pflanzen
- Lockere, humose Erde
- Keine Staunässe, sonst faulen die Wurzeln
- Im Topf oder mit Wurzelsperre im Beet anbauen (Minze breitet sich stark aus)
- Regelmäßig ernten oder zurückschneiden, das hält die Pflanze buschig
Minze in der Küche
Viele Kräuter verlieren beim Trocknen deutlich an Geschmack. Bei Minze ist das anders. Sie behält ihr Aroma erstaunlich gut, weil die ätherischen Öle stabil bleiben.
Deshalb eignet sie sich hervorragend für:
- Teemischungen zum Beispiel mit Hibiskus
- Würzige Kräutersalze
- Desserts mit Erdbeeren oder Schokolade
- Joghurtdips oder kalte Suppen für heiße Tage
Am besten erntet man sie kurz vor der Blüte. Dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen besonders hoch.
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Minze passt nicht nur zu Tee oder Süßspeisen, sondern frisch auch hervorragend in frische Sommersalate oder zu orientalischen Gerichten. Im Kräuterkurs habe deshalb bewusst den Sommerkräutern zugeordnet. Dort zeige ich unter anderem einfache Rezepte mit frischen Küchenkräutern und erkläre, wie man ihre Wirkung und ihren Geschmack sinnvoll nutzt. Wenn ihr mehr über Kräuter wie gesunde Kräuter wie Pfefferminze lernen möchtet, findet ihr hier meinen Onlinekurs zu Küchenkräutern!
Liebe Grüße
Christina