20.04.26
Giersch: Erkennen und zubereiten
Oma meckert über Giersch im Garten. Opa meckert über Giersch im Garten. Und wir? Wir essen ihn einfach auf!
Giersch findet man von Februar bis Dezember an Wegrändern, entlang von Hecken und in lichten Wäldern. Dabei liebt er vor allem stickstoffreiche Böden. Das Wildkraut gehört zur Familie der Doldenblütler und sieht mit seinen kleinen weißen Blüten von Juni bis August besonders hübsch aus. Bei der Erkennung sollte man sich aber lieber nicht an dem flach ausgebreiteten Blütenstand orientieren, denn dieser lässt sich einfach mit giftigen Artgenossen verwechseln.
Die wechselseitig am Trieb stehenden Blätter hingegen sind sehr markant. Immer drei Blätter befinden sich an einem dreikantigen Stiel. Darüber hinaus sind die Blätter dreigeteilt.
Die Wurzeln sind der Grund, warum viele Gärtnerinnen und Gärtner mit dem Giersch, auch Geißfuß genannt, auf Kriegsfuß stehen. Die langen Rhizome lassen sich kaum effektiv entfernen. Sie brechen sehr schnell ab und ein kleines übriggebliebenes Wurzelstück reicht aus, damit sich der Giersch neu verbreiten kann. Dabei wuchert dieser wirklich in kürzester Zeit über große Flächen. Mit einem Rasenmäher kommt man da leider nicht hinterher. Effektiver ist das Bedecken der Pflanzen mit zum Beispiel Pappe oder eine Konkurrenzbepflanzung mit Storchschnabel.
Gesund mit Giersch
Die Blätter vom Giersch sind reich an Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen. In Omas Hausapotheke hat der Giersch mit seiner antibakteriellen, entzündungshemmenden und entkrampfenden Wirkung einen festen Platz. Als Badeaufguss soll das „Unkraut“ bei Rheuma helfen. Als Tee hingegen eignet er sich besonders gut gegen Blasenentzündungen.
Wildkraut in der Küche
Giersch ist in der Küche ein wunderbarer Spinatersatz. Da er in großen Mengen verfügbar ist, kann man ihn sehr schnell auch in großen Mengen ernten. Die jungen Blätter haben ein mildes, leicht würziges Aroma, welches an Petersilie erinnert. So kann Giersch dieses auch in der Küche als Suppentopping und Gewürz ersetzen. Wir lieben ihn außerdem als Pesto.
Ältere Blattstiele lassen sich wie Spargel oder Mangoldstiele braten. Während sich die jungen Blätter noch gut im Salat verarbeiten lassen, sind die großen, zäheren Blätter eine leckere Zutat im Smoothie.
Gierschrezept für den Frühling: Kräuterquark
Zu herzhaften Pfannkuchen, Pellkartoffeln oder Gemüsepuffern passt dieser Kräuterquark besonders gut. Wir essen ihn aber auch mit frischer Kresse auf ein Brot oder dippen ihn mit Karottensticks.
Zutaten:
- 500 g Quark
- 1 kleine rote Zwiebel
- Handvoll Giersch (frisch)
- 1 TL Zitronensaft
- Salz & Pfeffer
Zubereitung:
Zuerst den Giersch gründlich waschen, trocken tupfen und zusammen mit der roten Zwiebel klein hacken. Dann den Quark in eine Schüssel geben und Zwiebel sowie Giersch untermischen. Ein Spritzer frischer Zitronensaft sorgt für eine frische Note. Zum Schluss wird der Kräuterquark mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt. Natürlich passt nicht nur Giersch zum Kräuterquark. Auch weitere Wildkräuter wie junge Löwenzahnblätter lassen sich untermischen. Kräftige Sorten wie Gundermann und Schafgabe dabei nur in kleinen Mengen verwenden. Ausgezupfte Gänseblümchen und Löwenzahnblüten sorgen im Quark für zusätzliche Farbe.
Limonade mit Apfelsaft
Ein weiteres Gierschrezept, welches wir unbedingt teilen möchten, ist dieses für eine Wildkräuterlimonade mit Apfelsaft. Der Giersch wird hierbei über Nacht in Apfelsaft eingelegt und gibt so seine Aromen ab.
Zutaten:
- 1 Liter Apfelsaft
- 1 Liter Sprudelwasser
- 1 große Handvoll frischer Giersch
- Saft einer Zitrone
- Optional: Eiswürfel
Zubereitung:
Den Giersch waschen und die Blätter vorsichtig trocken tupfen. Dann den Giersch grob hacken, in einen Krug geben und mit Apfelsaft übergießen. Wir haben dafür als Krug das hübsche, blaue Küchenmaß von Riess Emaille aus unserem Onlineshop verwendet. Alles kurz umrühren und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Am nächsten Tag kann die Flüssigkeit durch ein feines Sieb gegossen und die Blätter entfernt werden. Dann die Zitrone auspressen und den Zitronensaft zusammen mit Sprudelwasser und Eiswürfeln zur Limonade geben. Fertig ist eine frische Giersch-Limonade für warme Sommertage.
Wildkräuter Onlinekurs:
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In unserem Wildkräuter Onlinekurs schauen wir uns mit der Kräuterexpertin Diana Hößelbarth den Giersch noch intensiver an. Wir sammeln die zarten Blätter im zeitigen Frühling und braten diese im Teigmantel. Einen Blick in den Kurs gibt es auf unserer Shopseite Kräuterkurse.